Herbatol, ein wässriger Oberflächenverzögerer mit integriertem Nachbehandlungsmittel.

Wie aus gewöhnlichen Betonoberflächen griffige Flüsterautobahnen werden


Kunden schätzen die einfache und zuverlässige Anwendung. Auch bei Grossprojekten, wie etwa dem Ausbau des Ambergtunnels oder der A99, einer Umfahrung Münchens, wurde Heratol erfolgreich eingesetzt.

Gute Griffigkeit von hoher Bedeutung, aber auch der Schallschutz
Der Ambergtunnel liegt bei Feldkirch in Vorarlberg in Österreich. Er wurde 1985 als Umfahrung der Stadt Feldkirch eröffnet und verbindet unter einem Deckgebirge von bis zu 150 Meter Stärke auf einer Länge von 3,1 Kilometern den im Rheintal liegenden Abschnitt der Rheintal-Autobahn mit der Walgauautobahn. «Gerade in einem Tunnel muss die Fahrbahnoberfläche bei Nässe und Schnee eine gute Griffigkeit haben und Rauigkeit aufweisen», berichtet Fabrino-Geschäftsführer Dr. Klaus Hörmann.
Auch der Schallschutz spielt bei der Auftragsvergabe eine zunehmend bedeutende Rolle. Deshalb entschied sich das ausführende Bauunternehmen Robuco beim Ambergtunnel für Heratol mit integriertem Nachbehandlungsmittel. Das grosse belgische Unternehmen arbeitet seit 2006 mit der im baden-württembergischen Aitrach sitzenden Fabrino Produktionsgesellschaft zusammen, unter anderem für die Bearbeitung von Betonfahrbahnbelägen in Italien, Frankreich, Belgien, Holland, Italien und den skandinavischen Ländern.

Ergebnis ist unabhängig von der Einwirkzeit
Heratol wurde von Fabrino-Mitarbeiter Dr. Martin Rockermaier entwickelt. Dabei handelt es sich um einen so genannten Positiv-Oberflächenverzögerer, einer gleichmässig wirkenden Flüssigkeit, die je nach Grösse der zu behandelnden Fläche entweder mit einer gewöhnlichen Bürste per Hand aufgetragen oder maschinell auf die noch frische Betonoberfläche gesprüht wird. Beim Ambergtunnel kam ein spezielles Fahrzeug mit einem mehrere Meter langen Balken zum Einsatz, aus dem insgesamt mehrere Tonnen Heratol gesprüht wurden.

Mit Wasser auswaschen oder abbürsten mit Kehrfahrzeug
In der Regel wirkt der Oberflächenverzögerer 12 bis 24 Stunden auf die Betonoberfläche ein und kann dann mit Wasser ausgewaschen oder mit einem Kehrfahrzeug abgebürstet werden. Das Besondere an Heratol ist unter anderem, dass der Anwender nicht auf die Einwirkzeit achten muss. «Im Vergleich zu anderen Produkten gibt es bei uns keinen bestimmten Auswaschzeitpunkt», berichtet Hörmann. Selbst nach zwei bis drei Tagen kann Heratol noch ausgewaschen werden, ohne dass das Endergebnis ein anderes wäre.

Elf Typen für verschiedene Auswaschtiefen
Heratol gibt es in elf Typen für verschiedene Auswaschtiefen, von etwa 0,2 Millimeter bis 7 Millimeter. Bei der Auswahl des optimalen Typs spielen auch die Zementklasse, der W/Z-Wert, die Zuschlagskörnung und der Mehlkornanteil eine Rolle, erklärt Hörmann. Sämtliche Typen sind Lösungsmittelfrei. Das Auswaschwasser der mit Heratol verzögerten Betone ist mit dem beim Reinigen von Betonmischern anfallenden Wassern vergleichbar und damit für die Umwelt unbedenklich. Auf den Baustellen kann es über den Abwasserkanal entsorgt werden.

Verhindert Spannungsrisse
Der Umweltschutzgedanke kam auch beim Ambergtunnel, dessen Fahrbahnbreite 7,5 Meter beträgt, zum Tragen. Für den Tunnel wurde ein besonderer Heratol-Typ gewählt, der für Betonstrassen entwickelt wurde: Heratol BAB. «In den Verzögerer ist ein Nachbehandlungsmittel beigemischt», erklärt Hörmann. Dieses Nachbehandlungsmittel sorgt dafür, dass das Wasser nicht zu schnell aus dem Beton entweicht und verhindert damit Spannungsrisse. In dieser Zusammensetzung ist Heratol einzigartig.

Auch für Ortbetonbeläge und Betonwaren geeignet
In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage nach Heratol europaweit laufend zugenommen. Ein Grund dafür: Das Mittel eignet sich nicht nur für die Bearbeitung von Betonautobahnen, sondern wird gerne auch zur Herstellung dekorativer Betonbeläge eingesetzt: für architektonische Ortbetonbeläge, Betonwaren, Betonfertigteile und zum Aufrauhen von Betonabschnittsfugen. Die Nachfrage wächst besonders stark in Ländern, die wenige Pflasterflächen haben und viel mit Ortbeton, etwa für Marktplätze, arbeiten.

Text und Fotos: Quelle Fabrino Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG

 


drucken | empfehlen | zurück | top