Editorial
Erfreuliches Fazit mit Ausnahme der Baumeister
Nr. 12 2005: Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Das ist meist auch der Zeitpunkt, kurz einzuhalten, Rückschau zu üben und Fazit zu ziehen, aber auch den Blick nach vorn zu richten, was wir uns im neuen Jahr vornehmen und als neue Ziele setzen wollen. Oder auch, dass gar keine Veränderungen notwendig oder wünschbar sind.

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Das ist meist auch der Zeitpunkt, kurz einzuhalten, Rückschau zu üben und Fazit zu ziehen, aber auch den Blick nach vorn zu richten, was wir uns im neuen Jahr vornehmen und als neue Ziele setzen wollen. Oder auch, dass gar keine Veränderungen notwendig oder wünschbar sind.

Fazit ziehen heisst, zu überprüfen, ob wir alle im persönlichen Bereich, im Beruf und auch in unserem Verband der Schweizer Baukader damit zufrieden sind, was wir im zu Ende gehenden Jahr angetroffen, haben, erreicht haben, verwirklicht haben, bewirkt haben, geleistet haben, erhalten haben, geschenkt bekommen haben und welche Ziele wir erreicht haben. Oder ob wir damit eben nicht zufrieden sind.

Ein erfolgreiches Jahr  

Auf ein gutes Jahr blickt Baukader Schweiz als Organisation der Schweizer Baukader zurück. Die Mitglieder haben sich wieder vermehrt, die meisten Sektionen verzeichnen mit motivierten Sektionspräsidenten und attraktiven Jahresprogrammen Zugänge, auch die Regionalvorstände engagieren sich sehr. Das Weiterbildungsangebot unserer Organisation ist ausgeweitet und bietet nun allen Kaderstufen vom Vorarbeiter bis zum Bauleiter attraktive Weiterbildungsangebote. Das Dienstleistungsangebot mit allen Angeboten und Kooperationen scheut keinen Vergleich. Die zahlreichen Verlagsprodukte, für Mitglieder natürlich viel günstiger zu haben, sind allesamt auf neuestem Stand aktualisiert. Die zahlreichen Kommissionen und Projektgruppen arbeiten mit Vertretern aus allen Regionen für eine zukunftsgerichtete Entwicklung unseres gemeinsamen Verbands der Schweizer Baukader..

Erfreuliche Verbandspolitik  

Erfreulich ist auch unsere Arbeit auf der Ebene der Verbandspolitik. Wir sind in zahllosen Prüfungsgremien, paritätischen Kommissionen, in der Ekas für Arbeitssicherheit auf Baustelllen usw. usw. vertreten, unsere Verhandlungsdelegationen haben in vielen Verhandlungsrunden massgeblich am Zustandekommen der AVE des GAV Holzbau mitgearbeitet. Ebenso ist der Rahmenarbeitsvertrag RAV für Architektur-, Ingenieur- und Planungsbüros Lohn- und Arbeitsempfehlung für 2006 bei einer Lohnerhöhung um 1.5 Prozent abgeschlossen. Schade ist bloss, dass sich unsere Sozialpartner nur wie stets zu einer Empfehlung durchringen können. 

Der Kaktus für die Baumeister  

Doch da schert wieder einmal die Verbandspitze der Baumeister aus, die eigentlich um die Wichtigkeit der Baukader wissen müsste. Das mutet äusserst seltsam an. Dem Baugewerbe geht es zur Zeit insgesamt sogar sehr gut. Ausgerechnet in einem erfolgreichen Jahr will die baumeisterliche Verbandsspitze nicht auf Lohnverhandlungen für ihre so wichtigen Baukader eintreten.. In unserem Jahres-Fazit verdienen die Baumeister unseren doppelten Kaktus. 

Doch wie wir Eingangs erwähnt haben, soll  auch zu dieser Thematik nicht nur Fazit gezogen und geurteilt werden. Sondern es gilt auch, voran zu blicken ins neue Jahr. Also Veränderungswillen zu bekunden, wo Veränderung aus besserer Einsicht als richtig erkannt wird und auch notwendig ist.

Wie beginnt doch eines meiner publizierten Gedichte «Ein- und Aussicht»: 

Als Gefangener
unserer selbst
gibt es nur eins:
Die Schale zu durchstossen
mit dem mutigen Schnabel
eines hilflosen Kükens.

Ohne Federn zu lassen
verlässt kein Vogel sein Ei. 


(...)

Das könnte doch sowohl für die Baumeister wie auch für uns alle ein Wahlspruch sein, sozusagen eine Zielsetzung vielleicht für das neue Jahr. Jedenfalls wünsche ich Euch allen und allen Baumeistern herzlich ein sehr reiches und gutes neues Jahr. 

Andreas Moning



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