Liebe Baufachleute
Wirte, Hoteliers und Baumeister klagen immer, auch wenn sie erfolgreich sind
Nr. 03 2009: Editorial

Böse Zungen behaupten immer wieder, Wirte und Baumeister würden stets jammern, selbst wenn die Umsatzzahlen und Gewinne klar das Gegenteil auswiesen. Mit Wirten und Hoteliers wollen wir uns hier nicht näher beschäftigen. Doch die Baumeister klagen gar nicht! Trotz Finanzkrise und dunkleren Wolken über der Schweizer Wirtschaft haben die Baumeister gar keinen Grund zu klagen und sie tun es auch nicht, zwar jammern sie des Längeren berechtigterweise über den massiven Kostendruck. Nicht aber im Hinblick auf die Auftragslage!

 

Werner Messmer, Zentralpräsident der Baumeister, hat anlässlich einer Laudatio bei neu diplomierten Polieren einmal den Satz geprägt: «Wenn es der Wirtschaft allgemein gut geht, geht es auch der Bauwirtschaft gut.» Jetzt geht es jedoch, abgesehen von einigen Branchenbereichen, jedoch der Schweizer Wirtschaft nach der weltweiten Finanzkrise insgesamt nicht gerade allzu rosig. Doch die Bauwirtschaft hat vorderhand keinen Grund zu klagen. Es wird zur Zeit, aber auch 2010 und 2011 sehr viel gebaut. Auch viele grössere bis sehr grosse Projekte. Die Auftragsbücher sind gut und reichlich gefüllt.

 

Ich habe eine ganze Reihe von unseren Baukadern auf die Bausituation angesprochen. Sie alle bestätigen: Auftragslage sehr gut, Arbeitssituation viel Druck und ausgesprochen reichlich ausgelastet. Und es scheint, dass sich mittelfristig nicht viel daran ändert. Das ist sehr erfreulich. Auch die Investoren, seihen es Gemeinden, Kantone und Bund, aber auch viele Unternehmen und private Investoren scheinen die Finanzkrise nicht zu schrecken, mit Bauvorhaben für die Zukunft Millionen einzusetzen.

 

2.2 Milliarden Franken will der Bund zum Beispiel dieses Jahr für den Strassenbau ausgeben. Etwa eine Milliarde investiert er in neue Strassen. 26 neu gebaute Kilometer will der Bund noch 2009 eröffnen. Das ist eine sehr grosse Kiste. Aber sehr viele grosse, aber auch kleinere Projekte warten 2010 und 2011, und auch 2009 auf bauliche Ausführung. BAUKADER stellt auch in dieser Ausgabe drei weitere interessante Projekte der näheren Zukunft vor.

 

Dieser BAUKADER schafft auch anderen Mehrwert: Mit einer Baustellenreportage zu einem grossen Strassenbauprojekt, einem Bericht aus unserer Rechtsberatung für Baukader und einer einer kleinen Kulturgeschichte des Strassenbaus, einen Bericht zum Thema «Burnout» und vielem mehr. Als Symbolbild habe ich eine symbolträchtige Fotomontage zu der im Bau befindlichen neuen Tramlinie Bern West ausgewählt.

Im Bauprogramm 2009 zu Tram Neubaulinie Bern West (www.trambernwest.ch ) wird unter anderem auch die Bethlehembrücke abgebrochen und durch eine 1 Meter höhere Brücke mit einer neuen Fussgängerpasserelle ersetzt. Diese Brücke führt über die Bahnstrecke Bern-Neuenburg. Um den Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen, wird der Abbruch vor allem während der Nacht ausgeführt.

Ich wähle dieses Bild, weil Brücken Gräben überqueren, Hindernisse überqueren, heissen diese auch wirtschaftliche Depression, Finanzkrise oder persönliche Klippen. Brücken «überbrücken» und ermöglichen ruhige Fahrt über unwegsame Strecke(n) und sind Symbol für erfolgreiche Zukunft.

 

Und diese wünsche ich uns allen herzlich in Beruf und Freizeit

 

Euer Redaktor Andreas

 

andreas.moning@baukader.ch

 

 




drucken | empfehlen | zurück | top