Schalungen und Stockhornblick am Distelweg in Thun


Auf engem Raum entsteht im Neufeld-Quartier in Thun ein Mehrfamilienhaus mit 55 Wohneinheiten, das im Herbst 2014 bezugsbereit sein wird. Momentan ist es aber noch feucht im Keller. Es wird betoniert und gemauert. Die Bauprofis der Zaugg Bau AG unter der Leitung von Polier Matthias Gloor arbeiten Hand in Hand und stellen ihre Erfahrung und Kompetenz unter Beweis.

Eine Rahmenschalung schwebt in der Luft, das Stockhorn im Hintergrund. Diese Sicht können im Frühling die Bewohner des Mehrfamilienhauses am Distelweg in Thun geniessen. Vorher aber läuft noch einiges auf der Baustelle der Zaugg Bau AG. „Wird dieses Grien heute noch abgeholt?“, ruft Bauführer Beat Leuenberger Polier Matthias Gloor zu. Baukadermitglied Gloor schmunzelt und erklärt, dass der heute Morgen gelieferten Mörtel zu viel Kies beinhaltet, vor allem wenn man Mauern mit maximal 1.5 cm Fugen erschaffen muss, wie dies die beiden Akkordmaurer in der Baugrube gerade tun. Matthias Gloor ist zuständig für diese Baustelle. Baubeginn war vor rund 8 Wochen. Nach dem Aushub sind momentan Keller und Tiefgarage an der Reihe. Da wird vorwiegend geschalt und mit Beton gearbeitet. Und dies unter den aufmerksamen Blicken der vorwiegend älteren Quartierbewohner. „Ja, dieser Mann schaut jeden Tag mehrere Stunden aus dem Fenster, was wir hier werken.“, bestätigt Matthias Gloor. Auf die Frage hin, ob die Anwohner denn auch reklamieren oder Fragen stellen, antwortet er aber mit Nein.

Platzmangel als Herausforderung

Die besondere Herausforderung hier ist der mangelnde Platz. Und da fallen denn auch die vielen Schaltafeln, Doka-Träger und Rahmenschalungen auf, die vom einen zum nächsten freien Plätzchen gezügelt werden müssen. Ein wichtiger Mann ist denn auch Kranführer Rudolf Rösti. Er sorgt für den reibungslosen Ablauf und somit dafür, dass alle 6 Bauprofis vom Maurerlehrling, über den Maurer, den Schaler bis zum Polier möglichst wenig unproduktive Zeit haben. Daneben reinigt er das Arbeitsmaterial und schmunzelt zufrieden vor sich hin, während er mit seinem Joystick den Liebherr-Kran 56 K mit einer Ausladung von 40 m bedient.

In seiner Baubaracke gibt Matthias Gloor zusammen mit Beat Leuenberger weitere Details zum Bauprojekt mit einem Budget von CHF 700‘000 ab. Und erklärt, was er an seinem Beruf besonders liebt. Er ist gerne draussen, arbeitet gerne mit den Händen und auch das Organisieren liegt ihm. Es befriedigt ihn, wenn er an den wöchentlichen Besprechungen mit Bauführer Leuenberger und dem Bauleiter des Architekten, bzw. der Bauherrschaft Lösungen aufzeigen kann, wie die zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst gut eingesetzt werden. Macht es Sinn, Akkord-Eisenleger anzufordern, oder ist es ökonomischer, die eigenen Leute auf der Baustelle auszulasten? Solche und andere Fragen begleiten ihn, den grossen Mann, der einen guten Überblick und eine sehr ruhige Art hat. Auf die Frage, ob er auch einmal laut werden kann und muss sagt er: „Wenn es sein muss…“ .Aber alles in allem ist das Arbeitsklima sehr gut in der Firma Zaugg Bau AG. Erfahrungen werden regelmässig ausgetauscht und zwischen „denen im Büro“ und „denen auf der Baustelle“ bestehen keine Barrieren.

Auf Partnerschaft bauen

Das bestätigt auch Ueli Rösti, Kaufmännischer Geschäftsleiter, der mir in einem eindrücklichen Sitzungszimmer im neuen Bürogebäude an der Allmendingen-Alle 25 gegenüber sitzt. „Unser Motto lautet: Wir bauen auf Partnerschaft. Und dieses Motto leben wir – überall, ganz besonders im eigenen Betrieb.“

Seit 1954 gibt es die Zaugg Bau AG, die in der Region Thun/Bern mit ihren rund 90 Mitarbeitenden jährlich einen Umsatz von gut 22 Millionen Franken erwirtschaftet. Die vorwiegend sehr langjährigen Mitarbeiter sind das kostbarste Gut, dessen ist sich die Firma bewusst. Sie investiert in Weiterbildung und Mitarbeiteranlässe und schaut, dass die Informationen möglichst direkt fliessen. Wöchentliche Sitzungen der Teams dienen dazu, sich auszutauschen, aus Fehlern zu lernen, und Erfahrungen und Wissen weiterzugeben. Investiert wird auch in grössere und kleinere Vereine der Region, denn verwurzelt und vernetzt sein ist wichtig. Denn: „Bauen ist Peoplebusiness“, sagt Ueli Rösti.

Seit sich die Baufirma 1980 von der Gründerfirma getrennt hat, gehört sie denn auch ausschliesslich den im Kader Mitarbeitenden und hat keine Drittaktionäre. Die Identifikation mit dem Unternehmen und auch, dass es diesem gut geht, ist aus diesem Grund hoch. Der 2 .Platz in der Kategorie Bester Arbeitgeber anlässlich der Verleihung des Cadre d’Or 2014 ist deshalb mehr als verdient.


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