Zukunftstag 2013:
Mädchen - bauen - los!

Ein Gehämmer und ab und zu wird leise geflucht: „Gopf, dä Nagu bringi nid ine! Gisch mer mau d’Bisszange“. Die Mädchen, die den heutigen Zukunftstag im AZ Burgdorf verbringen, sind am Schwitzen. Pascal Rettenmund, Ausbildner, hilft und erklärt: „Wenn e Ascht im Houz isch, hesch ke Chance, dr Nagu ine ds bringe. Probier chli witer äne.“

 

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Aber der Reihe nach: 9 Mädchen zwischen 11 und 13 Jahren alt sind heute aus der Region Bern hier im AZ Burgdorf zusammen gekommen. Anfangs sind sie noch ruhig, fast schüchtern, kennen sich doch nur drei von ihnen. Bei der Vorstellungsrunde sollen sie sagen, welches ihr Traumberuf ist und welchen Beruf sie partout nicht erlernen möchten. Bei den Traumberufen wird Tierärztin genannt. Und „I möcht Strassebouerin oder Zimmermaa wärde.“, sagt die 13jährige Anita Trachsel aus Hinterkappelen. Nicht zu den Favoriten gehört Putzfrau oder Polizistin. Und bei den jüngeren der Mädchen ist alles noch offen.

Pascal Rettenmund bittet die inzwischen etwas munterere Truppe in den unteren Stock in die Maurerlehrhalle. Dort steht alles bereit: Anstatt einer Aussparung, wie sie am Zukunftstag 2012 gemacht wurde, macht Pascal Rettenmund dieses Mal einen Holzwürfel aus Schaltafeln mit den Mädchen und zeigt ihnen dabei auch, wie man ein Geheimfach einbauen kann. Die Mädchen sind motiviert, hämmern, ziehen Nägel wieder heraus beginnen neu und lernen, dass auf dem Bau exakt gearbeitet werden muss und eben, dass man keine Nägel durch Astlöcher bringt. „Eure Würfel sind tip top. Jetzt dürft ihr sie bemalen.“, sagt Pascal Rettenmund und nun entstehen Blumen, Spiralen und auch schwarze Würfelaugen.

Nach der Mittagspause geht es weiter. Die Mädchen bauen zusammen ein Haus. Mittlerweile sind sie aufgetaut und freuen sich über die – im Vergleich zum Nageln in Astlöcher – lockere Arbeit mit Mörtel und Maurerkelle. Die Wände des Häuschens sind hochgezogen und zur Aufrichte sitzen sie alle in der Einzimmerwohnung. Sie lachen und necken sich, und Mörtel ist überall – auch auf Kleidern und Schuhen. Fragt man sie, ob ihnen der heutige Tag gefallen hat, schallt es unisono aus dem Innern: „Ja!“ und das glückliche Lachen spricht für sich.

 

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