31. Oktober 2019

Reise in den längsten Eisenbahntunnel der Welt

Reise in die Geschichte und den Alltag des längsten Eisenbahntunnels der Welt

Der diesjährige CLUB 100-Anlass fand am 24. Oktober in Erstfeld statt, der Wiege des Gotthard-Basistunnels. Auf die Teilnehmer wartete eine spannende 2.5-stündige Führung mit viel Fachwissen und Emotionen. Anschliessend führten die Teilnehmer angeregte Gespräche im historischen SBB-Depot.

Ueli Hurschler, Verantwortlicher für die Besucherführungen, freut sich sichtlich, seine Erfahrung und sein Wissen teilen zu dürfen. Die angemeldeten CLUB 100-Mitglieder treffen pünktlich ein. Kurz nach 16.45 eröffnet Pius Helg, Zentralpräsident von Baukader Schweiz, den Anlass offiziell. Nach einem kurzen Jahresrückblick und Dankesworten an die CLUB 100-Firmen und Bauschulen für die bereichernde Zusammenarbeit, übergibt er Regina Gorza, Geschäftsführerin, das Wort. Auch sie richtet ein grosses Dankeschön an die CLUB-100 Mitglieder für die treue Unterstützung und gibt einen kurzen Einblick in die aktuellen Projekte des Verbandes.

Erlebnis am Tunnelfenster

Dann kann die Reise in den längsten Eisenbahntunnel der Welt beginnen: Für eine Gruppe geht es direkt in den Zugangsstollen in Amsteg, während den Anderen die Aufgaben und das Funktionieren des Erhaltungs- und Interventionszentrum EIZ nähergebracht werden.

Der Tunnel wird hautnah erlebt: zuerst durch ein starkes, regelmässiges Pfeifen. „Das Pfeifen kommt vom Luftwiderstand am Zug“, erklärt Roli Seehaus, der Führer und ausgebildete Bauleiter. Man könne sogar einen Güter- von einem Personenzug unterscheiden sowie einen Zug im Tunnel orten.

Am Tunnelfenster warten die Teilnehmer auf den nächsten vorbeifahrenden Zug, dessen Lichter bereits bei 6 km Entfernung erblickt werden können. Es pfeift. Einige Augenblicke später rast der Personenzug mit 200 km/h am Fenster vorbei. Nach wenigen Sekunden, wieder das Pfeifen.

Weiter faszinieren ein Modell der 410m langen Tunnelbohrmaschine sowie der ausgestellte rollende Bohrkopf mit 58 Rollenmeisseln die Besucher und den Führer immer noch!

Sicherheit und Besonderheiten

Zurück im EIZ werden die Sicherheitsvorrichtungen und –massnahmen nicht nur aufgezeigt, sondern auch diskutiert. Ueli Hurschler führt durch die Präsentation und räumt der Behandlung von Ereignissen wie einem Brand viel Platz ein. Dabei fordert er die Teilnehmer heraus: Wie würden sie situativ reagieren? Welches Manöver schlagen sie in einem bestimmten Fall vor? Anhand von Modellen erläutert der Fachmann den Anwesenden die von der SBB entwickelte Strategie.

Neben den ultra-modernen Technologien, die im EIZ in Einsatz kommen, ist dort auch das Leben besonders: die Mitarbeiter sind nämlich jeweils für 24 Stunden verpflichtet, davon 8 Stunden tatsächliche Arbeit und die restliche Zeit als Dienstbereitschaft. Danach haben sie 48 Stunden frei. Das Zentrum ist vollständig ausgestattet: Zimmer, Küche, Dusche, Kraftraum, usw. „Wenn sich die Mitarbeiter an den Rhythmus gewöhnt haben, wollen sie es nicht mehr anders haben!“ sagt Ueli Hurschler.

Der Gotthard-Basistunnel bleibt also nach wie vor etwas Besonderes: „Ich hoffe, wir haben vermitteln können, dass der Basistunnel nicht nur zwei Röhren, sondern auch etwas Mensch und Politik ist“, schliesst Roli Seehaus ab.

Aktiver Austausch in gelassener Stimmung

Im stillvoll eingerichteten SBB-Depot geht das Erlebnis weiter: bis über 100 Jahre alte Lokomotiven sind da untergebracht, die man auch erkunden darf. Während sich manche Teilnehmer bereits am gemütlichen Apéro verpflegen, unterhalten sich andere noch in oder um die Lokomotiven. Nach einem kurzen Austausch der persönlichen Eindrücke, kommen die Teilnehmer auch aktiv untereinander und mit den Vertretern von Baukader Schweiz ins Gespräch. Der Networking-Teil verläuft in entspannter Stimmung.

Beim Abschied darf noch jeder Gast ein Souvenir mit nach Hause nehmen: ein Holzbrettli von Uri, mit dem Logo vom CLUB 100 eingraviert. Danke für die Treue! Und bis zum nächsten Anlass…

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