11. September 2019

Hier beginnen Karrieren auf dem Bau

Hier beginnen Karrieren auf dem Bau

Sie heissen Richie, Tobias, Justin, Ramon, Marvin, Alejandro, Marco, Leandro, Matthias, Alessio, Thomas, Andreas, Noah, Dirk, Dominic, Norman, Fabio, Adrian und Simon, und ihre Chefs auf dieser Baustelle des Monats sind Ivan Rothenbühler, Polier, Mitglied von Baukader Schweiz und Ausbildner und Mike Schärer, Vorarbeiter und Praktikant an der Berufsfachschule für Verkehrswegbauer am Campus Sursee.

Auf ihrer Baustelle werden 19 Mal rund 8 m2 Belag eingebaut – zum ersten Mal alleine, aber selbstverständlich mit der Unterstützung der Ausbildner und nach einem Theorieblock, der jeden Morgen im mittlerweile leeren Schulzimmer stattgefunden hat.

Menschen und Maschinen

Sie haben soeben ihr drittes und letztes Lehrjahr als Verkehrswegbauer angefangen, die 19 jungen Männer, die hier das Team von Baustellen-Chef und Ausbildner Ivan Rothenbühler und Vorarbeiter und Berufsbildner-Praktikant Mike Schärer sind. In den zwei Wochen Überbetriebliche Kurse (ÜK), für die sie hier sind, lernen sie unter anderem, allein einen Belag einzubauen. Die Planie ist bereit, die Randabschlüsse und der Schacht ebenfalls. Als Werkzeug stehen Krucke, Karette, Schaufel, Besen, Handstampfer und Einrollenwalze zur Verfügung.

Am Vormittag stellen sie die Planie fertig und besprechen diese gemeinsam. Da und dort werden noch Dinge verbessert, Fragen gestellt, bevor Ausbildner Rothenbühler seine Truppe in die Mittagspause entlässt.

Nach dem Mittagessen nimmt er sie erneut zusammen und erläutert das Nachmittagsprogramm. Gruppenweise wird der Belag eingebaut und gegenseitig beurteilt. Und los geht’s. Die Lernenden schnappen die Schubkarren und steuern mit quietschenden Reifen das Asphaltsilo an. Dampfender Belag rieselt in die Karetten, den die angehenden Bauprofis auf der Planie auskippen, mit der Krucke verteilen, und mit der Walze verdichten. Zwischendurch messen sie, runzeln die Stirn, bessern aus und kontrollieren das Gefälle und die Ebenheit.

Ihre Kollegen, beurteilen, geben Tipps und diskutieren lautstark, was der eine oder andere viel besser machen könnte. Bis Ausbildner Rothenbühler mit seinem Klemmbrett zur Truppe stösst. Da wird es ruhig. Sie hören dem Profi aufmerksam zu und geben sich Mühe, seine Verbesserungsvorschläge auszuführen.

Karrierepläne

Fragt man sie nach ihren Karriereplänen, sind sie eher zurückhaltend. Zuerst einmal die Lehre erfolgreich abschliessen, danach arbeiten oder die Rekrutenschule absolvieren. Ob sie sich denn bereits Gedanken über ihre berufliche Karriere gemacht hätten, frage ich sie. Nein, eigentlich nicht, das sei noch zu früh, antworten sie unisono. Fragt man sie aber, ob ihnen der Beruf denn gefalle, und ob sie sich denn nicht weiterentwickeln möchten, finden sie, dafür sei es einfach gerade noch zu früh. Ausbildner Rothenbühler schmunzelt. «Diejenigen, die jetzt sagen, sie machen sich keine Gedanken über ihre berufliche Karriere, sind jeweils die Ersten, die ich in der Vorarbeiterschule antreffe», sagt er.

Einer, der das bestätigt, ist Mike Schärer, der 25jährige Vorarbeiter und hier Praktikant als Berufsbildner. «Bei der Lehrabschlussprüfung habe ich mir auch noch keine Gedanken über meine Karriere gemacht». Das habe sich aber geändert. Einerseits habe sein Chef am neuen Arbeitsort ihn zur Weiterbildung als Vorarbeiter ermuntert, anderseits habe er mittlerweile zwei Kinder. Das verändere das Denken.

Herausforderung und Freude

In der Mittagspause hat auch der Chef auf dieser Baustelle Zeit, mir von den Herausforderungen auf dieser Baustelle zu erzählen. Neben den Sicherheits-Themen, wie Gehörschutz tragen und Baustelle aufräumen, damit niemand stolpert ist Rothenbühler wichtig, dass er für die Lernenden in jeder Hinsicht ein Vorbild ist. Und: Er will jedem Lernenden das Bestmögliche mit auf seinen beruflichen Weg geben. Er persönlich hat zudem den Anspruch, dass er beruflich immer auf dem neusten Stand bleibt und diesen auch an seine Lernenden vermittelt.

Fragt man Rothenbühler, was ihm Freude macht, strahlt der bescheidene Bauprofi. Wenn er die Jugendlichen im 1. Lehrjahr zum ersten Mal begrüsse und drei Jahre später angehenden Berufsmänner an der Lehrabschluss verabschiede, so mache ihm das Freude. «Hier sehe ich die Zukunft des Verkehrswegbaus.»

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