05. April 2019

Millimeterarbeit am Signum Platz in Wallisellen

Millimeterarbeit am Signum Platz in Wallisellen

Seit Anfang April 2018 und noch bis Anfangs Juni ist Stefan Reali, Bauführer bei der Bretscher AG in Wallisellen und Baukader-Mitglied mit seinem Team auf unserer Baustelle des Monats in Wallisellen tätig. Eine nicht alltägliche Baustelle für die Strassenbau-Profis. Weshalb? Das erklärt Stefan Reali gleich selbst…

Die Barackentür schlägt im Wind. Die Mittagspause ist vorbei und Polier Christian Hopf sagt seinem Team, was an diesem windigen Nachmittag im März auf unserer Baustelle des Monats am Signum Platz in Wallisellen zu tun ist. Auf meine Frage, ob einer von ihnen Stefan Reali sei, antwortet er lachend: «Nein, aber da kommt der Chef!»

Bauführer und Baukader-Mitglied Stefan Reali, Bretscher AG, in Helm und Leuchtweste hat eine grosse Rolle Pläne unter dem Arm und breitet diese vor dem Wind geschützt auf dem Tisch der Baracke aus. Sofort fallen die vielen Kreise auf, die an UFOs erinnern. Aber Reali hat es hier keineswegs mit Ausserirdischen zu tun. Er ist mit seinem Team für die bauliche Gestaltung des Signum Platzes zuständig, der dem neu entwickelten Wohngebiet auf der Südseite des Bahnhofes Wallisellen ein Zentrum geben wird. Zum Projekt gehört der Gleisbogenweg bis Richtiring, der Neubau des Bahnhofplatz Süd (heute Signum Platz) und Parkplatz P & R, die Erneuerung Richtistrasse, Werkleitungen und Tiefbauarbeiten.

Laut Reali waren schon die Vorbereitungsarbeiten eine Herausforderung. Die Zufahrt zum Park & Ride Parkplatz musste in jeder Bauphase gewährleistet sein. Zudem führte die Zulieferung der Firma Siemens und der Integra quer über die Baustelle mit täglich 20 bis 30 Lastwagenfahrten, teilweise mit Spezialtransporten bis 300 Tonnen. Auch die Fussgängerführung der ankommenden Pendler musste genau geplant und mehrfach umgestellt werden. Erschwerend kamen der sehr hohe Grundwasserspiegel, die Altlasten und der Abbruch der Industriegeleise dazu.

«Wie kann ich das umsetzen?»

Aber die wahre Herausforderung für ein Team von erfahrenen Strassenbauern, wie auch Polier und Baukader-Mitglied Christian Hopf einer ist, waren die gestalterischen Elemente des Signum-Platzes. «Da hat sich Christian beim Studium der Detailpläne mehr als einmal die Haare gerauft und gefragt: Wie kann ich das umsetzen?», erzählt Reali. Strassenbauer seien in der Regel an strenge Normen und gerade Linie gewohnt.

Für die halbrunden, geschwungenen Edelstahlrinnen musste ein Betonfundament erstellt werden. Anschliessend wurden die Rinnen vom Stahlbauer montiert und vom Team der Bretscher AG unterbetoniert. Für das Gestaltungselement rund um den Brunnen bestehend aus 92 einzelnen Stahlringen musste eine präzise Planie eingebaut werden, damit diese ebenfalls durch den Stahlbauer genau platziert und verschweisst werden konnten. Betonfundamente mussten auch für die gebogenen Bänke und den runden Brunnen in der Platzmitte erstellt werden. Natürlich alles mit der korrekten Neigung.

Ein 23tönniges Herzstück mit 5 Meter Durchmesser

Wir schlendern über die Baustelle. Bei der Suche nach einem windgeschützten Platz landen wir in einem Restaurant. Reali erzählt weiter. «Das Herzstück bildet der Brunnen mit einem Durchmesser von 5 Meter», sagt Reali. Der 23tönnige Koloss wurde am 17.12.2018 morgens um 05.00 Uhr mit einem Spezialtransport angeliefert und mit einem 150-Tonnen-Kran auf die richtige Position gebracht. Feingefühl brauchte das vor allem, weil auch die fünf Zuleitungen noch «eingefädelt» werden mussten. Ein wenig nervös war Reali schon, als die Stunde der Wahrheit da war: «Wir hatten eine Chance. Hätten die einbetonierten Stahlringe nicht millimetergenau gepasst…», Reali mag den Satz nicht zu Ende denken. Es hat gepasst, das ist es, was zählt.

Die Elemente auf dem Platz sind fertig, Poller und Kandelaber stehen, die Stahlbänder sind platziert. Was nun noch fehlt ist der Deckbelag. Dieser soll – mit Ausnahme von runden und halbrunden Ornamenten - abgeschliffen werden. Das wird eine weitere Herausforderung für die Strassenbauer, die es oft mit grossen Flächen zu tun haben. «Spezielle Formen bedingen viel Handarbeit», sagt Reali. Aber bis es soweit ist, geht es noch einen Moment: «Der Einbau eines fugenlosen Belages bedingt 20 – 25 Grad Celsius.»

Fragt man Reali – der rund 10 Jahre bei der Bretscher AG ist –, was ihm an dieser Baustelle besonders Freude mache, sagt er: «Eine spezielle Baustelle ist immer eine Herausforderung.» Freude macht ihm auch sein Team, mit dem er schon lange zusammenarbeitet. Als Lehrlingsbetreuer ist für ihn Brhane Mebrahtom ein junger Eritreer, der diesen Sommer die Ausbildung zum Strassenbaupraktiker EBA abschliesst, etwas ganz Besonderes. «Wenn ich sehe, wie engagiert sich Brhane im Betrieb integriert und sich in der Schule engagiert, dann macht mir das schlicht und einfach eine Riesenfreude», sagt Reali und rührt in seiner Kaffeetasse.

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