Vorarbeiter-Rapport der Schelbert AG Muotathal zum Thema Bodenschutz.

Wie man zum Boden Sorge trägt


«Luft atmet man, Wasser trinkt man, Boden wischt man sich von den Schuhen», zitierte Gastreferent Rainer Jakoby vom Amt für Umweltschutz des Kantons Schwyz den renommierten deutschen Umweltexperten Dr. Günther Bachmann zum Auftakt seiner Ausführungen. Der dipl. Ing. Umweltschutz FH wies somit gleich auf ein Kernproblem des Bodenschutzes hin: Der Boden ist im wahrsten Sinne des Wortes die unerlässliche Grundlage, auf der alles wächst und gedeiht. Geht es dem Boden gut, geht es dem gesamten Ökosystem und damit auch uns Menschen gut.

Wiederverwendbarkeit des Bodens sichern
Zuhörer im Selgis waren rund zwei Dutzend Mitarbeiter der Schelbert AG Muotathal. Sie informierten sich im Rahmen des jährlichen Vorarbeiter-Rapports umfassend über das Thema Bodenschutz. Da das Strassen- und Tiefbauunternehmen u.a. mehrere Aushub- und Inertstoffdeponien in den Kantonen Schwyz und Uri betreibt, spielt das Wissen über den Boden -und wie man richtig mit ihm umgeht - eine zentrale Rolle.
Ziel der Schelbert AG ist es, Kulturerdearbeiten in guter Qualität durchzuführen. Konkret bedeutet dies, dass die Mitarbeiter bei ihrem täglichen Umgang mit dem Boden den im Umweltschutzgesetz festgehaltenen Grundsatz der so genannten «Wiederverwendbarkeit des Bodens» einhalten: Der Boden muss als Lebensraum behandelt werden, damit er wiederum als Boden und somit als intakter Lebensraum verwendet werden kann.

Bodenfruchtbarkeit erhalten
Ergänzend zu den Ausführungen von Rainer Jakoby über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Vollzugspraxis sprach dipl. Umwelt-Ing. ETH Jan Sutter von der Berner Sieber Cassina + Partner AG über die bereits erwähnte Bedeutung des Bodens für unser Ökosystem. Bei der Bodenbearbeitung geht es darum, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, indem man den Boden vor Strukturveränderungen und vor Verdichtung (physikalischer Bodenschutz) schützt.

Beim chemischen Bodenschutz muss belastendes Material erkannt und gemäss den geltenden Gesetzen wiederverwertet bzw. fachgerecht entsorgt werden. Sutter machte den Schelbert-Mitarbeitern klar, dass sich Boden nur dann wieder verwenden lässt, wenn sie sich einer fachgerechten, schonenden Bodenabtrags-, Deponierungs- und Rekultivierungstechnik bedienen.

Fragen zur täglichen Arbeit auf den Baustellen rege diskutiert
Zum Schluss des Vorarbeiter-Rapports präsentierte Sutter gelungene Rekultivierungsarbeiten, und die Mitarbeiter diskutierten Fragen aus ihrer täglichen Arbeit auf Baustellen und Deponien der Schelbert AG. Bei dieser Gelegenheit wurde das eigene Vorgehen kritisch beurteilt und in Zusammenarbeit mit den Spezialisten Verbesserungsmöglichkeiten entwickelt. Ein währschaftes Znacht rundete den intensiven Weiterbildungsanlass ab.


Seit 50 Jahren für die Zukunft

Die 1960 gegründete Schelbert AG Muotathal hat sich vom lokalen Kleinbetrieb zum überregional tätigen Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitenden entwickelt. Heute ist die Firma eine wichtige Betreiberin von Aushubdeponien im Kanton Schwyz. 1993 nahm sie mit der «Stöck» im Muotatal die erste Deponie für Inertstoffe (Bauschutt, Aushub vermischt mit Bauschutt, Betonabbruch, Ziegel usw.) mit kontrollierter Entwässerung im Kanton Schwyz in Betrieb.

Eine weitere Pioniertat folgte kurz darauf, als sich die Schelbert AG als eines der ersten Unternehmen seiner Branche nach dem ISO-Standard 14001 für ein systematisches Umweltmanagement zertifizieren liess. Nach 15 Jahren störungsfreiem Betrieb wurde die Inertstoffdeponie «Stöck» Mitte 2009 übrigens definitiv geschlossen und komplett rekultiviert. Das Laboratorium der Urkantone nimmt vor Ort weiterhin regelmässig Wasserproben, um festzustellen, ob das Gebiet «Stöck» die zurecht rigiden Umweltvorschriften auch in Zukunft erfüllt. Schliesslich wird die Schelbert AG verpflichtet, Mittel zurückzustellen, damit die Deponienachsorge auch materiell gesichert und - speziell bei Inertstoffdeponien - im Falle eventueller Störfälle finanziell vorgesorgt ist.

Text und Fotos: Zvg Schelbert AG


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