Bei der Neugestaltung des Bundesplatz Bern werden dank der Vergrösserung des Technikraums unter dem Bundesplatz historische Stadtmauerteile aus verschiedenen Epochen freigelegt, die archäologisch erforscht und dokumentiert wurden.
Wasserspiele auf dem Bundesplatz
Die Realisierung der Neugestaltung des Bundesplatz Bern geht voran: Der unterirdische Technikraum, von dem aus künftig ein Wasserspiel auf dem neuen Bundesplatz gesteuert wird, wird grösser und mit anderem Zugang im Bau als ursprünglich bewilligt realisiert und ist im Rohbau erstellt. Diese Projektänderung musste nachträglich genehmigt werden.

Die bauliche Realisierung des Siegerprojekts «Platz als Platz» aus dem nationalen Wettbewerb von 1991, befindet sich in vollem Gange. Ein auf das Bundeshaus bezogenes Rechteck aus Natursteinplatten aus dem Steinbruch Vals GR der Firma Truffer wird künftig den Platz dominieren. Der Naturstein wird von einem Chromstahlband umrandet, welches der Entwässerung und zugleich der Verkehrsleitung dient. Mit einem leicht geschwungenen Lichtband , das den Bärenplatz mit dem Bundeshaus optisch verbindet und der neuen Platzbeleuchtung, werden besonders auch nachts neue Akzente gesetzt. Zudem wird ein Wasserspiel mit insgesamt 26 Wasserfontänen installiert.

Das Projekt und der Kredit sind am 20 März 2003 im Stadtrat genehmigt worden. Die Finanzierung erfolgt durch diesen Beschluss (Fr. 3.98 Mio.) und durch Beiträge von Bund (Fr. 2.3 Mio.). sowie von Die Mobiliar (Fr. 1.7 Mio.). Weiter sind Aufwendungen durch Dritte in der Höhe von Fr. 1.669 Mio. vorgesehen.

Vor der eigentlichen Platzgestaltung wurden umfangreiche Werkleitungsarbeiten ausgeführt. Auf die besonderen archäologischen Verhältnisse ‑ sie werden bereits ab einer Tiefe von 40 cm erwartet ‑ wurde Rücksicht genommen: alle Grabarbeiten wurden vom kantonalen archäologischen Dienst begleitet. 

Archäologische Baustellen 

Die Neugestaltung des Bundesplatz Bern geht zügig voran. Der Technikraum für die Steuerung der Wasserspiele ist im Rohbau erstellt. Die Baugrube auf dem Bundesplatz zog über drei Monate viele Schaulustige an, die darüber spekulieren, ob die Stadtmauerreste auf der Ostseite der Baugrube wirklich historisch sind und  was die Bauarbeiter denn hier errichten. Noch können zur Zeit die Mauerreste aus mehreren Epochen bestaunt werden, wenn sie gerade nicht durch Plastikfolien abgedeckt sind.

Nicht weit davon entfernt, vis-à-vis Bundeshaus West an der Bundesgasse Nr. 8 bis 12 wird zur Zeit das neue Medienzentrum mit einem Konferenzsaal, Fernseh- und Radiostudios und 350 Arbeitsplätzen gebaut. Auch hier sind die Archäologen im Trottoirbereich mit Ausgrabungen eines historischen Friedhofs mit zahlreichen Skelettfunden am Werk. 

Grabungen am Bundesplatz werden teurer 

Wegen der Vergrösserung des Technikraums unter dem Bundesplatz wird zusätzlich archäologisch interessanter Boden ausgehoben. Damit die Erkenntnisse, welche die Erdschichten beinhalten, nicht verloren gehen, mussten Archäologen die Stützmauer, die den Graben neben der Stadtmauer stützte, freilegen und dokumentieren. Diese aufwändige Arbeit hat gemäss Armand Baeriswyl vom kantonalen archäologischen Dienst Mehrkosten von rund 146 000 Franken zur Folge, welche die Stadt Bern als Bauherrin zumindest teilweise übernimmt. Mit dem neuen Konzept ist der Technikraum unterirdisch für Personen zugänglich; ursprünglich war der Zugang nur über Leitungen vorgesehen. Im Raum wird unter anderem die Anlage zur Wasseraufbereitung untergebracht. 

Einweihung am 1. August 2004

Zwar haben die Stadtberner, Stadtbesucher und Passanten aufgrund von Entwurf, Skizze und Plakaten eine Vorstellung, wie sich die Neugestaltung des Bundesplatz Bern nach der Vollendung präsentieren wird. Nach einjähriger Bauzeit wird es soweit sein: Nicht zufällig wird sich der «nationale Platz» am 1. August 2004 in neuem Glanz präsentieren. Der Spatenstich zur Neugestaltung erfolgte am 2. August 2003.

Nicht nur die attraktive Neugestaltung wird den Bundesplatz gebührend und entschieden aufwerten, sondern auch, dass er verkehrsfrei bleiben wird. Die bisherigen Parkplätze auf dem Bundesplatz sind auch nach der Neugestaltung als Massnahme des sogenannten Verkehrskompromisses definitiv aufgehoben.

Diese Massnahme steht unter anderem (Erweiterung Rathausparking Bern) auch im Zusammenhang auch mit der Erweiterung des Casinoparkings auf 650 Parkplätze. Über das Projekt Erweiterung Casinoparking Bern in Deckelbauweise berichtet Baukader auf Grund eines Exklusivinterviews mit dem Projektleiter in der Märzausgabe.

 

Text: Redaktion
Fotos: Andreas Moning 

Der Bauablauf 

Phase 1 (Aug. bis Feb. 2004)
Archäologische Sondierungen und Grabungen
Aushub und Betonarbeiten Technikraum (Wasserspiel) Erneuerung der Werkleitungen für Strom / Gas / Wasser 

Phase 2 (Jan. bis Ende Juli 2004)
Verlegung des Natursteinplatten-Belags
Innenausbau und Ausrüstung Technikraum (Wasserspiel)
Erstellung der neuen Randabschlüsse 

 

Baukosten
Gesamtkosten Platz: Fr. 7 980 000.-
Schweizerische Eidgenossenschaft: Fr. 2 300 000.-
Die Mobiliar: Fr. 1 700 000.-
Kosten zu Lasten der Stadt Bern: Fr. 3 980 000.- 

Am Projekt beteiligte Unternehmen
Ingenieurarbeiten, IG Kissling+Zbinden AG / IUB AG, Bern
Gestaltung, Stauffenegger+Stutz, Visuelle Gestalter, Basel
Bauunternehmung, ARGE Bundesplatz Bern (BATIGROUP AG, Frutiger AG, Marti AG, Stucki AG, H. Weibel AG, Enz AG)
Lieferung der Natursteinplatten, Truffer AG, Vals GR







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