Editorial
Bauen muss noch sicherer werden
Liebe Baufachleute

Diese Woche machte die schweizerische Bauwirtschaft insofern schlechte Presse, als die Medien über unglückliche und gar tödliche Kurzberichte aus dem Bereich des Bauens berichteten.

Dabei hat der Schweizerische Baumeisterverband anlässlich der Medienkonferenz vom 6. September in Zürich (vgl. Artikel in dieser Ausgabe) mit grosser Genugtuung darüber berichten können, dass die lobenswerten Anstrengungen zur optimierten Arbeitssicherheit auf Baustellen grosse Früchte getragen haben. Die drastisch gesunkenen Zahlen über Verletzungen, und bedauernswerte Mortalitätsfälle auf Baustellen in den letzten 15 Jahren sind denn auch der Lohn der engagierten Anstrengungen des Baumeisterverbands zur Erhöhung der Arbeitssicherheit (Baukader berichtete wiederholt darüber. Sicuro heisst das Zauberwort der Baumeister diesbezüglich. Bauen ist also, statistisch eklatant erwiesen, sicherer geworden.

Dennoch: «Baugrube eingestürzt in Meyrin bei Genf.» Beim Einsturz einer drei Meter tiefen Baugrube wurde ein 40-jähriger portugiesischer Bauarbeiter getötet. Ein 29-jähriger Bauarbeiter wurde dabei schwer verletzt. Weshalb die Wand der Strassenbaugrube einstürzte ist noch unklar. 

«Maschinist durch Strassenwalze verletzt.» In Orvin wurde ein Maschinist gestern erheblich verletzt, als die von ihm gelenkte Strassenwalze umkippte. Das Unglück ereignete sich, als der Boden unter dem Gewicht der Maschine nachgab. Der Maschinist versuchte zurückzufahren, um der Gefahr zu entgehen. Dabei kippte die Walze auf die Seite und klemmte sein Bein fest. Ein Arbeitskollege konnte den mann aus seiner misslichen Lage befreien. Der Verunglückte wurde ins Spital transportiert. 

«Glück im Unglück bei Pratteln BL.» Der Führer eines Baukrans hatte grosses Glück gehabt, als dessen Baumaschine auf das SBB-Trassee stürzte. Der Maschinist konnte sich noch rechtzeitig vor einem nahenden Güterzug retten und kam mit leichten Verletzungen davon, wie die Polizei Basel-Landschaft mitteilt. 

Doch jeder Arbeitsunfall auf dem Bau ist einer zuviel. Denn ein Arbeitsunfall bedeutet stets Schmerz, Leid, allenfalls Invalidität, Verlust und stets hohe Kosten. Das schlimmste Gift aller Arbeitsunfälle, nicht nur auf dem Bau, heisst stets «Routine». In der Routine lauert vor allem die Gefahr.

Die Beispiele vermeidbarer liessen sich verlängern. Leider. Daher bitten wir alle Baukader, gegen Routinen ihres Bauteams anzugehen. Wie formulierte es vor Jahren Baukader-Mitglied Daniel Elsener, der sich in der Ekas und ganz generell für Arbeitssicherheit auf dem Bau stark machte: «Bauleute, seid jeden Tag auf der Baustelle wie die Indianer auf dem Kriegspfad.» 

Liebe Baukader, bitte helft umsichtig auf Euren Baustellen täglich mit, die Unfallgefahren für Eure Leute vorauszuahnen, sie darauf hinzuweisen, aufmerksam zu machen, zu sensibilisieren. Leitern und Arbeitsbühnen zu kontrollieren, den Baugrund abzuklären usw. Denn jeder vermiedene Unfall auf den Baustellen ist unser aller grosses Verdienst. Dafür und für Euer grosses Engagement für die Arbeitssicherheit auf den Baustellen danke ich Euch herzlich. 

Ich wünsche allen unseren Mitgliedern eine anregende und interessante Lektüre unserer vielseitigen Fach- und Verbandszeitschrift «Baukader». Es wird in dieser Ausgabe leicht zu erkennen sein, wie sich die Organisation der Schweizer Baukader in den Lohn- und Vertragsverhandlungen für die Mitglieder einsetzt.

Herzlich 

Euer Andreas

 


 



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