Editorial
Werte Poliere, werte Bauführer, werte Bauleiter, werte Baumeister
Nr. 01 2007: Editorial

Nr. 01 2007: Seit rund zwei Jahren sind unsere gemeinsamen Lohn- und Vertragsverhandlungen ins Stocken geraten. Wir treten an Ort. Unverständnis und Frustration seitens Poliere und Bauführer wird für Baukader Schweiz deutlich sicht- und wahrnehmbar.

In unzähligen Briefen, Mails und persönlichen Gesprächen schildern uns Poliere und Bauführer ihre unbefriedigende Situation. In immer kürzeren Zeiten, sollen komplexe Bauvorhaben in entsprechender Qualität zu immer günstigeren Preisen in Rekordzeit realisiert werden. Ernüchterndes Resultat dieser unerwünschten Entwicklung sind Frustration, Überforderung, Müdigkeit und Burnout-Symptome bei vielen Kadermitarbeitern in der Baubranche. Viele Kadermitarbeiter leiden und sind auf dem Absprung in andere Branchen. Die Rekrutierung von genügend Lehrlingen für die Baubranche, als wichtige Basis für Kaderrekrutierung in der Zukunft verkommt so zu reinem Wunschdenken. Die stetigen Anstrengungen das Image auf und für den Bau zu verbessern wird so zur Farce.

Das Ziel für die Zukunft muss sein, die Wertschätzung für unsere Kadermitarbeiter wieder massiv zu steigern. Der Polier als ruhender Pol, als Drehscheibe, als Organisator, als Koordinator, als Verantwortlicher für Qualität und Termine, als Lehrlingsausbildner und als Ombudsmann muss wieder in den Mittelpunkt jeder Baustelle gestellt werden. Aber auch die Bauführer, welche mit immensem zeitlichem und persönlichem Engagement verschiedene Baustellen koordinieren, müssen in den neuen Baukadervertrag voll einbezogen werden.

Im Wissen all dieser Faktoren, wollen wir gemeinsam mit dem Schweizerischen Baumeisterverband versuchen, im 2007, einen neuen innovativen Baukadervertrag (Poliere und Bauführer) zu erarbeiten, um uns wieder mit voller Kraft und grossem Engagement unseren interessanten Bauobjekten widmen zu dürfen.

Dabei will Baukader Schweiz ein fairer Verhandlungspartner sein, welcher auch zu neuen, kreativen und innovativen Lösungsansätzen Hand bietet sowie aktiv mithilft einen zukunftsträchtigen Baukadervertrag mit zu gestalten.

Basis unserer Verhandlungen könnten die nachfolgenden Ausführungen vom früheren amerikanischen Präsidenten Benjamin Franklin sein, welcher sagte: 

Um einen anderen zu überzeugen, muss man seine Angelegenheit ruhig und genau darlegen. Kratzen Sie sich dann am Kopf oder schütteln Sie ihn ein bisschen und sagen Sie dann, dass Sie sich aber möglicherweise auch irren können. Diese Bemerkung hindert Ihren Gesprächspartner daran, Ihnen gleich wütend zu widersprechen. Er wird eher versuchen, Ihnen zu helfen, die Wahrheit zu finden und Zweifel zu überwinden.

In diesem Sinne wünsche ich uns Allen erfolgreiche Vertragsverhandlungen mit dem Schweizerischen Baumeisterverband sowie ein erfreuliches und spannendes neues Jahr mit vielen interessanten Aufträgen.


Gerhard Fischer, Zentralpräsident Baukader Schweiz

fis@kwo.ch



 



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