Für die Sanierung der Oberschicht von 400 Metern Länge zweier Strassen mit beidseits zwei Trottoirs in Rüschlikon verbaut die Strabag im Auftrag von Kanton Zürich und Rüschlikon mit Bauteams von 8 bis 16 Bauleuten von Ende September bis Ende November eine Million Franken.
Mit Bauführer Urs Fischer auf einem Strassenbauprojekt in Rüschlikon
Nr. 01 2009: Der von seinem Beruf begeisterte Bauführer Urs Fischer, Baukader-Mitglied, ist ein Baukader durch und durch. Wenn er von seinen Baustellen berichtet, steckt seine Begeisterung für seine Baustellen an. Gegenwärtig betreut er fünf Baustellen gleichzeitig. Wir haben ihn in bei einer Strassensanierung von rund 400 Meter Länge und 7 Meter Breite in Rüschlikon getroffen. Vor der Kreuzung der beiden Strassen wird die Strasse 15 Meter breit realisiert.

Seit Ende September bis Ende November 2008 werden in Rüschlikon die stark befahrene Säumer- und die Feldimoosstrasse für rund 1 Million Franken total saniert. Die Bauherren sind der Kanton Zürich und die Stadt Rüschlikon. Die weiteren Projektpartner sind Wasser und Strom (EWZ) und das Tiefbauamt Rüschlikon. Die Sanierungsarbeiten umfassen im Wesentlichen Sanierungen der Kanalisationen, wo notwendig, Sanierung des Oberbaus der Strasse, Sanierung der Trottoirs und zum Teil deren Verbreiterung, Randabschlüsse, neue Busplatten in Betonbau, neue Verkehrsinseln, Verlegung und neuer Elektroleitungen und teilweise der Werkleitungen, Setzen neuer Kandelaber für die Strassenbeleuchtung. Zudem wurden für private Liegenschaften neue Hausanschlüsse realisiert oder neue Vorplätze. «Im Rahmen der Gesamtsanierung der beiden Strassen können wir sehr günstig für private Liegenschaften offerieren.»

 

In zwei Etappen gebaut

Im Bauen werden heute ehrgeizig knappe Termine gesetzt. Gerade auch im Strassenbau und deren Sanierung herrschen nicht nur generell knappe Termine, es müssen in der Regel, wo immer möglich, die Verkehrsabläufe, wenn auch mit Behinderungen gewährleistet bleiben. «Wir haben im Einbahnverkehr mit Lichtsignalanlage zuerst auf der Seeseite saniert, danach umgekehrt die Bergseite.» So kann einerseits recht zügig gebaut werden und die beschränkte Durchfahrt ist gewährleistet. «Zurzeit macht uns bei den Belagsarbeiten das fallende Herbstlaub etwas zu schaffen, den wir müssen beim Einbau sehr sorgfältig reinigen.» «Auch die Temperaturen müssen wir beim Einbau berücksichtigen.» Wie Urs Fischer erläutert, sind je nach fein- oder grobkörnigen Belägen entweder bei 10 Grad Bodentemperatur aufwärts oder 5 Grad Bodentemperatur aufwärts beim Einbau von Belägen zu berücksichtigen.

 

Sehr umsichtig signalisieren

Angrenzend an die Baustelle befindet sich auf der Bergseite ein Schulhaus. «Wir haben vor allem geschaut, dass wir in diesem Bereich vor allem während den Schulferien bauen.» Dennoch muss auf der ganzen Baustelle sehr umsichtig abgeschrankt und signalisiert werden. Bei der Planung und den Bauarbeiten muss also sehr Vieles berücksichtig werden. Die Sicherheitsaspekte unterliegen dem Polier Edipo Cantoni, den die Strabag, die hier baut, für dieses Projekt eingemietet hat.

In Sachen Sicherheit gilt auch anderes, wie Urs ausführt. Da sind einerseits neue Inseln für die zukünftige sichere Querung der Strasse durch Fussgänger. Hier werden auch sehr luxuriöse Trottoirbreiten gebaut. Üblich sind in der Regel rund 1.5 Meter. Hier werden sie 2 Meter breit realisiert. Vor den Kreuzungen werden sie auf 6 Meter breit ausgebaut. Der Zweck ist die dadurch erreichte Verlangsamung des Individualverkehrs.

 

Einbau der neuen Oberschicht

Laut Urs erwies sich der Kieskoffer als noch relativ intakt. Anders zeigte sich der Zustand der Trottoirs. Hier musste auch im Kieskoffer wesentlich mehr ausgebaut und neu eingebaut werden. Eingebaut werden die Beläge mit den drei unterschiedlich grossen Fertigern der Belag ACF 22 für die Fundationsschicht 7 cm. Dann folgen die erste Tragschicht ACT 22 S ebenfalls 7 cm, auf welche die Hauptkräfte wirken sowie ein AC11 S Deckbelag in 3 cm. Siehe auch unter Maschinenpark. Für den Einbau der Beläge im Trottoirbereich mussten die Beläge ab Camion mit einem Radlader zum Fertiger gebracht werden. Im Trottoirbereich kommt ein AC T 16 N als Tragschicht und ein ACB N als Deckbelag eingebaut.

 

Kanalisation, nur saniert wo nötig und bei neuen Hausanschlüssen

Die Kanalisation umfasste lediglich wenige Sanierungsarbeiten. Auch die Werkleitungen erstreckten sich, wie bereits erwähnt, auf Elektroleitungen für die Strassenbeleuchtung. Entsprechend werden auch neue Kandelaber für die Beleuchtung gesetzt. Allerdings im Bereich der neuen Busplatten in Beton wurden die Werkleitungen verlegt. «Es kommt sonst sehr teuer, wenn eine Werkleitung unter einer Betonplatte saniert werden muss.» In Sachen Kanalisation erfolgten jedoch für viele Privateigentümer, welche die günstigen Offerten nutzten, viele neue Hausanschlüsse von einer Hauptleitung und auch noch die Realisierung neuer Vorplätze, als Nebenprodukte bewältigt werden.

 

Vier neue betonierte Busplatten

Insgesamt wurden vier neue Busplatten gebaut, die sehr genau und sorgfältigst in Beton ausgeführt werden müssen. Zwei Busplatten ohne gleichzeitiges Befahren auch des Individualverkehr sind 24 Meter lang, solche mit Befahren des Individualverkehrs sind 36 Meter lang. An einer Busplatte wird ungefähr drei Tage gebaut.

Dann müsste an sich rund 14 Tage ausgehärtet werden. Doch heute gibt es sozusagen für jeden möglichen und auch unmöglichen Einsatz einen Spezialbeton. «Es gibt heute einen Spezialbeton, der nach 3 Tagen bereits Tragkraft hat.» Doch Urs ist davon nicht besonders begeistert und findet diese Entwicklung nicht sonderlich gut für das Produkt.

Neben zwei Busplatten werden zwei Bushäuschen eingebaut. Hier muss daher noch einmal genauer gearbeitet werden.

Je nach Projektstand arbeiten auf dieser Baustelle 8 bis 16 Mitarbeiter. Neben Polier Edipo Cantoni ist ein weiter auf Beläge spezialisierter Polier, Emilion Alonso im Einsatz.

Auch Bauarbeiter müssen flexibel sein. Während unserer Reportage quetscht sich ein Bauarbeiter in eine klaustrophobe Enge der Öffnung eines Betonschachts zu deren Sanierung. Sein Kollege gesteht mir, dass er dies nicht schaffen würde.

 

Das Handy ist unverzichtbares Arbeitsinstrument

Der Bauführer Urs Fischer betreut zurzeit insgesamt fünf Baustellen. Zwei oder drei sind kleinere Baustellen. Aber im November folgt ein 2 Millionen-Projekt, das er betreut. Ein Bauführer muss alle Projekte mit den jeweiligen Eigenheiten, Projektphasen, Spezialitäten sowie Problemen, Mannschaften und allen Bestellungen usw. usw. im Detail dauernd präsent haben und sie augenblicklich abrufen und darauf reagieren und entscheiden können. Kein Wunder, dass Urs dauernd wieder am Natel hängt und einmal während unserer Reportage auf eine andere Baustelle gerufen wird. Ein Bauführer benötigt daher eine absolute Mehrkanalkapazität, wie man das heute nennt. Hinzu kommt auch die Personalführung in den jeweiligen Bauprojektphasen. Damit erwähne ich lediglich die Betreuung der Baustellen und nicht seine weiteren Obliegenheiten.

 

Eingebaute Kubaturen und Maschinenpark

Eingebaut wurde auf diesen beiden Strassen im Wesentlichen über 1500 Tonnen Strassenbelag, rund 80 m3 Beton, 150 Meter Wasserleitungen,150 Meter Elektroleitungen, 1200 m3 Wasserstein für Randsteine, Randabschlüsse und die Inseln.

Im Einsatz standen vier Pneubagger, je einer mit 12 Tonnen, einer mit 6 Tonnen, einer mit 6 Tonnen und einer mit 3 Tonnen. Zudem arbeiteten drei Dumper und 3 Fertiger mit unterschiedlichen Arbeitsbreiten je nach Einsatz von flexibel bis 4.5 Meter Breite, flexibel 1,5 Meter Breite und der kleinste mit 0.8 bis 2.5 Meter Breite.

 

Text und Fotos: Andreas Moning

 











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