Editorial
Grund zu verhaltenem Optimismus
Nr. 05 2009: Liebe Baufachleute

«Ein Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben für das 1. Quartal 2009 und die Auftragsbücher zeigt, dass sich die Baukonjunktur im laufenden und im zweiten Quartal 2009 insgesamt noch nicht spürbar eintrüben wird. Die in der Summe positiven Wachstumsperspektiven im Infrastrukturbau (vgl. Impulsprogramme und Projekte im Rahmen des Infrastrukturfonds) dürften dafür sorgen, dass sich beim gesamten Umsatz kein gravierender Einbruch ergeben sollte.»

 

Dies ist der Schluss der Monatsstatistik des Baumeisterverbands im März. Der Zürcher Tagesanzeiger hat diese Woche in einer Ausgabe allein im Wohnbau rund 20 grosse Wohnbauvorhaben in der Stadt und der Agglomeration Zürich aufgelistet, die insgesamt eine Investition und Wertschöpfung über eine Milliarde Franken ausmachen.

 

Für den Wohnbau wirkt sich der zurzeit tiefe Hypothekarzins günstig aus. Doch es scheint fast etwas paradox, dass trotz der Wirtschaftskrise, die dauernd in aller Munde ist, sowohl die Kaufpreise als auch die Wohnungsmieten in der Schweiz gestiegen sind.

Etwas schwieriger dürfte es wohl die Bereich des Wirtschaftsbaus und auch im Tiefbau haben.

 

Anders verhält es sich in Amerika. So ist in den Gazetten jetzt zu lesen, dass hochkarätige Promis ihre Millionen-Villen nicht mehr verkaufen können. Und eine Reportage am TV beeindruckte, dass viele Amerikaner aus dem Mittelstand nach Jobverlust und durch die Immobilienkrise nun in Zelten am Stadtrand zum Beispiel von San Francisco hausen. Da geht es uns insgesamt und auch in der Bauwirtschaft doch vorderhand noch sehr gut. Und wir haben Grund für einen verhaltenen Optimismus.

 

Auch dieser BAUKADER berichtet über einige spektakuläre Bauprojekte und auch über Bahn brechende Bautechnik. Wir haben in einem Artikel jedoch einmal das Lob für die zahllosen Kleinbaustellen ins Zentrum gerückt. Denn es gibt jährlich unzählige Kleinbaustellen, die zwar unspektakulär sind. Doch sie sind sowohl für den Unterhalt und Instandstellung der Infrastrukturen für unsere lückenlose Mobilität, tägliche Ver- und Entsorgung mit Wasser, Strom, Gas und den vielfältigen Kommunikationskanälen im Alltag ausserordentlich wichtig.

 

Nicht zu unterschätzen ist bei der hohen Anzahl von Kleinbaustellen ihre doch hohe Wertschöpfung. Wie heisst es doch: Auch Kleinvieh macht Mist! Dies verdeutlicht auch die Tatsache, dass auch «die grossen» Bauunternehmen sich nicht zu schade sind, auch Kleinbaustellenprojekte zu übernehmen.

 

In diesen Tagen hat eines unserer langjährigsten Mitglieder, Alois Conte, seinen 100.  Geburtstag in der Sektion Luzern feiern dürfen. Auch Baukader Schweiz gratuliert ihm mit den allerbesten Wünschen. Dem Vernehmen nach liest Alois Conte regelmässig die Tageszeitung und auch den BAUKADER.

 

Deshalb wünschen wir Alois Conte, aber auch allen unseren Mitgliedern eine anregende Lektüre. Für thematische Anregungen und Interessen hat die Redaktion stets ein offenes Ohr.

 

Herzlich

 

Andreas

 

 

 




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