Nach intensiver gemeinsamer Zusammenarbeit der Sozialpartner, Holzbau Schweiz, Baukader Schweiz, Syna -  die Gewerkschaft und KV Schweiz um einen branchenspezifischen GAV Holzbau, werden nun in der ganzen Deutschschweiz 14 Informationsveranstaltungen zum neuen Vertragswerk durchgeführt, wo auch Baukader Schweiz wie die anderen Sozialpartner mit einem Referenten und einem Informationsstand für vertiefende Informationen präsent ist.
Das Verbindende im Zentrum des Handelns als Resultat positivster Sozialpartnerschaft, zu dem Baukader Schweiz massgeblich beigetragen hat
Im aargauischen Buchs fand am Montag, 7. März die erste gemeinsame Informationsveranstaltung zum neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) im Holzbau statt. Die Sozialpartner, Holzbau Schweiz, syna die Gewerkschaft, Baukader Schweiz und kv schweiz informierten über 300 Arbeitgeber und ihre Angestellten direkt, wie durch neue Modelle der Zusammenarbeit Mehrwerte für alle Betroffen geschaffen werden sollen.

Gemeinsamer Erfolg wird nicht nur durch das fachliche- und handwerkliche Können bestimmt, diese Kompetenzen setzen die Kunden als selbstverständlich voraus. Mit diesen Worten begrüsste Michel Geelhaar, Zürich, als Moderator der Veranstaltung rund 300 Berufsleute der Holzbaubranche. Eingeladen waren die Holzbauleute durch die Sozialpartner des Gesamtarbeitsvertrages, Holzbau Schweiz als Arbeitgeberverband und den Arbeitnehmerorganisationen Syna - die Gewerkschaft, Baukader Schweiz und KV-Schweiz.

Nach dem Austritt von Holzbau Schweiz aus dem Schweizerischen Baumeisterverband und somit aus dem Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bauhauptgewerbe im März 2003 wurde der Weg frei, einen branchenspezifischen Gesamtarbeitsvertrag für die Holzbaubranche zu entwickeln. Motiviert durch klare Zielvorstellungen haben die Sozialpartner an vielen Verhandlungsrunden einen der innovativsten Gesamtarbeitsverträge der Schweiz geformt.

Fünf wesentliche Herausforderungen  

Fünf wesentliche Herausforderungen formulierte Hans Rupli, Zentralpräsident von Holzbau Schweiz, denen sich Arbeitgebende und Mitarbeitende heute zu stellen haben. Gemeinsames Arbeitsvolumen sichern; Vom partnerschaftlichen Erfolg profitieren; Den Kunden begeistern; Innovation fördern; Faire Wettbewerbs- und Anstellungsbedingungen sichern. Diesen Herausforderungen müssen sich heute Unternehmen und Arbeitnehmende gemeinsam steIlen. Soll das im Konkurrenzkampf mit ausländischen Anbietern gelingen, braucht es eine neue Dimension im gegenseitigen Umgang zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende muss im Zentrum des Handeins stehen.

Der Gesamtarbeitsvertrag Holzbau 2006 beinhaltet daher ein gemeinsames Leitbild der Sozialpartner. Unterschiedliche Positionen sollen nicht auf der Strasse, sondern am Verhandlungstisch unter der Prämisse eines fairen Interessenausgleichs stattfinden. Auf den ersten Blick etwas ungewohnt, wenn man an die heftigen Differenzen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern der letzten Monate denkt. Dennoch, in einer offenen und fairen Sozialpartnerschaft, so die Partner des neuen GA V, werde auf gesamtarbeitsvertraglicher Ebene nachvollzogen, was vielfach in den Betrieben bereits der Fall sei.

Folgende Kernelemente definierten weitere Referenten von Syna, Holzbau Schweiz und Baukader Schweiz als Neu: Die Erweiterung des Gesamtarbeitsvertrages auf sämtliche Angestellten eines Betriebes macht endgültig Schluss mit Aus- und Abgrenzung. Wir sitzen alle im gleichen Boot, also rudern wir auch gemeinsam in die gleiche Richtung, so Syna-Zentralsekretär Werner Rindlisbacher. Wettbewerb müsse im Bereich von Qualität, Innovation und Ideenreichtum stattfinden und nicht über die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden.

Flexible Arbeitszeiten  

Flexible Arbeitszeiten bilden wichtige Voraussetzungen, den individuellen Ansprüchen von Kunden, Arbeitgebern und Mitarbeitenden gerecht zu werden und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Holzbaubetriebe zu sichern. Das Arbeitszeitmodell reagiert auf diese Umfeldbedingungen nicht mit starren Lösungen, sondern mit ausgewogener und partnerschaftlicher Flexibilität für Mitarbeitende und Arbeitgebende, erklärte Thomas Zeller, Geschäftsführer von Holzbau Schweiz. Ebenfalls ein Novum sei zudem das neue Lohnsystem, so Zeller. Individuelle Kriterien wie: Anstellungsfunktion, Berufserfahrung und die Berücksichtigung von Leistungsunterschieden haben zu einem ausgeklügelten und fairen Lohnsystem geführt. Dass dabei leistungsschwächere nicht einfach im Regen stehen gelassen werden, sei entsprechend dem Leitbild für die Sozialpartner selbstverständlich und eben Fairness.

Baukader Schweiz referiert über den neuen Vollzugsfonds mit Sozial-Label  

Ein wichtiger Punkt im neuen GA V ist dem Bereich des Vertragsvollzugs gewidmet. Wie Beat Walker von Baukader Schweiz erklärte, soll durch eine freiwillige jährliche Betriebsprüfung ein (GAV-) Sozial-Label geschaffen werden. Einerseits handelt es sich dabei um eine vertrauensbildende Massnahme der Betriebe gegenüber ihren Angestellten, andererseits soll damit gegenüber privaten und öffentlichen Auftraggebern der Beweis angetreten werden, dass Arbeitgeber sozialverantwortlich handeln. Durch angeordnete Betriebs- und Baustellenkontrollen soll zudem ein Lohndumping durch ausländische Betriebe im Rahmen des Entsendegesetzes verhindert werden.

Anpassungsfähiges Vertragswerk  

Am Rande der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit sich an speziell durch die Sozialpartner errichteten Informations-Ständen detaillierte lnfos zu holen. Eine Mitwirkung der Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden bei der weiteren Entwicklung des GA V Holzbau 2006 ist von den Sozialpartnern gewünscht. Klar ist, dass es sich bei der Erarbeitung dieses Gesamtarbeitsvertrages nicht um einen abgeschlossenen Prozess handelt, ganz im Gegenteil. Mit einer aktiven Beteiligung aller Holzbauleute an diesem Prozess soll ein flexibles und anpassungsfähiges Vertragswerk entstehen und laufend weiter entwickelt werden. 

Weitere Informationen zum GAV Holzbau: Brigitta Bienz 

Der Link zum neuen GAV Holzbau

www.holzbau-schweiz.ch/gav





drucken | empfehlen | zurück | top