„bau mit liebe“ am Riedtalbach


Ein aufgestelltes Dreier-Team treffe ich an einem sonnigen Augusttag in Zofingen zur Besichtigung unserer Baustelle des Monats am Riedtalbach. Hier werden drei Mehrfamilien-Häuser „mit Liebe gebaut“. Genauso lautet das Motto unseres Gewinners in der Kategorie Bester Arbeitgeber anlässlich der Verleihung des Cadre d’Or im Herbst 2015, der Gottlieb Müller AG.

Bauführerin Seraina Hochuli schüttelt mir die Hand und macht gleich zu Beginn klar: „Der Profi auf dieser Baustelle ist unser Polier Mike Schär. Der kann sicher alle deine Fragen beantworten. Walter Keiser, Bauführer und Baukader-Mitglied sowie Mike Schär, Polier, stossen zu uns. Gemeinsam betreten wir die Baracke. Mike streicht sich durchs dunkle Haar, schmunzelt und fängt an zu erzählen.

Zur Vorspeise gibt es etwas Geschichte. „Im 19. Jahrhundert stand auf unserem Bauplatz eine Glockengiesserei, die später von einer Chemischen Reinigung abgelöst wurde. Dies hatte Folgen für den Aushub, bei dem Altlasten aller Art entsorgt werden mussten. Alte Glocken haben die Bauprofis zwar nicht gefunden, aber - wie es sich für einen Industriestandort im 19. Jahrhundert gehörte – ein Bachbett. Später wird Mike auf einen verwitterten Baumstamm vor der Baubaracke zeigen und sagen, dass es ihn interessieren würde, wie alt dieser wohl sei. Geschichte eben.

Zurück in die Gegenwart und damit zum Hauptgang. Was ist die grosse Herausforderung auf dieser Baustelle? „Wir bauen hier mit einer sogenannten Weissen Wanne“, kommt es von Mike wie aus der Pistole geschossen. Den drei Bauprofis am Tisch ist klar, was das heisst. Ich verstehe Bahnhof und werde rasch aufgeklärt. In Zusammenarbeit mit der Firma Drytech AG wird das gesamte UG nach einem speziellen Verfahren abgedichtet, dies in den von den Abdichtungspezialisten vorgegebenen Etappen. Zudem sind die Anforderungen an den Beton hoch. Risse darf es keine geben.

Viele Pfähle und Waldnähe

Zeitgleich müssen rund 420 Pfähle in den Boden gerammt werden, damit die Häuser auf einem soliden Fundament stehen. Das verträgt sich schlecht mit Beton, der ohne Erschütterungen abbinden muss. Das Bauprogramm muss deshalb genau abgestimmt sein. „Aber sobald UG und Decke betoniert sind, können wir Gas geben“, sagt Mike. Wir stehen vor der Baracke neben den alten Baumstämmen. Mike lässt seinen Blick über seine Baustelle schweifen und ergänzt: „Eine weitere Herausforderung ist die Nähe zum Wald. Da müssen wir gut aufpassen, was wir wo deponieren, um die Umwelt nicht zu gefährden. Die Arbeit mit seinem tollen Team mache ihm Freude, sagt er, und das sei das Wichtigste. Er könne sich auf seine Mitarbeiter und seinen Chef verlassen, habe die Maschinen und das Inventar zur Verfügung, die er brauche. So ist es kein Problem, „mit Liebe zu bauen“, schmunzelt er. Natürlich gebe es auch Reibungspunkte, aber diese werden offen diskutiert und raschmöglichst behoben.

Nun hat Mike genug geredet und übergibt das Wort Bauführerin Seraina Hochuli und Geschäftsführer Walter Keiser. Seraina liefert Zahlen: rund 13 Bauprofis sind derzeit auf der Baustelle am Schalen und Betonieren. Unterstützt werden sie von Akkordanten, wenn es ums Mauern oder Eisenlegen geht, und von zwei Kranen mit 40, bzw. 50 Metern Ausladung. Wenn die Häuser im Sommer 2017 fertiggestellt sind, wurden rund 420 Pfähle, 5‘464 m3 Beton und 543 to Armierungseisen verbaut.

Wie Seraina zum Bauen gekommen ist? Im Freien arbeiten, eine körperliche Tätigkeit, dies waren für Seraina wichtige Kriterien bei der Berufswahl. Mit Holz könne sie es nicht so und dann sei sie rasch einmal beim Maurerberuf gelandet. Sie hat bereits ihre Lehrzeit bei der Gottlieb Müller AG verbracht und kann nur bestätigen, dass hier „mit Liebe gebaut“ wird. Rückenprobleme haben sie zum Umdenken gezwungen - und zur Weiterbildung als Bauführerin. Ihr Traumjob, aber sie müsse unbedingt genügend Zeit auf der Baustelle verbringen können, sonst fehle ihr etwas. Auf die Frage, wie Mike mit seiner jüngeren und weiblichen Chefin und ehemaligen Lernenden denn auskomme, grinsen mich beide nur an. „Absolut kein Thema“, sagt Mike. Die beiden ergänzen sich perfekt. Walter Keiser, Geschäftsführer und Baukader-Mitglied, erteilt gleich noch ein Kompliment: „Das zeugt schon von hoher Sozialkompetenz – von beiden Mitarbeitenden“, ergänzt er.

Zum Dessert möchte ich von Walter Keiser hören, wie denn der Check über CHF 3000.00, der Preis für den Besten Arbeitgeber anlässlich des Cadre d’Or, verwendet wurde. Da tönt es unisono: „Für ein Firmenfest, natürlich!“. Organisiert habe das Fest Seraina Hochuli und es sei viel gelacht, gegessen und getrunken worden. Und wie es sich für ein Firmenfest gehört: „Es ist spät geworden!“.


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